Beim Heimspiel der Damen des SC Preussen Lengerich gegen GW Amisia Rheine stand am Ende ein 1:1-Unentschieden auf dem Papier – ein Ergebnis, das sich für die Gastgeberinnen eher wie ein verlorener Sieg anfühlte.
Die Voraussetzungen schienen vielversprechend: Mit einem Altersdurchschnitt von 21,6 Jahren trat Lengerich deutlich jünger an als die erfahrenen Gäste aus Rheine (26,6 Jahre). Und genau diese Frische war vor allem in der ersten Halbzeit spürbar. Die Lengericherinnen bestimmten über weite Strecken das Spielgeschehen, erspielten sich ein klares Chancenplus und ließen Ball und Gegner laufen. Der verdiente Lohn war die Führung nach einer konsequent ausgespielten Möglichkeit.
Von den Gästen war zunächst wenig zu sehen. Erst ab der 30. Minute kam Rheine zu einer ersten nennenswerten Chance – und nutzte wenig später eine Fehlerkette in der Lengericher Mannschaft eiskalt aus. Der Ausgleich fiel quasi aus dem Nichts. So ging es trotz Überlegenheit, mehr Ballbesitz und besseren Torchancen nur mit einem 1:1 in die Halbzeitpause.
Den besseren Start in Durchgang zwei erwischten dann die Gäste. Rheine setzte sich in der Hälfte der Lengericherinnen fest und profitierte dabei von zu einfachen Ballverlusten im Aufbauspiel der Gastgeberinnen. Rund 15 Minuten benötigte Lengerich, um die anfängliche Nervosität abzulegen und wieder mehr Kontrolle ins eigene Spiel zu bringen. Doch an die dominante Leistung der ersten Hälfte konnten sie nicht mehr anknüpfen.
Im weiteren Verlauf verlagerte sich das Spielgeschehen weitgehend ins Mittelfeld. Zwischen den Strafräumen spielte sich vieles ab, ohne dass klare Torchancen auf beiden Seiten entstanden. In den Schlussminuten versuchten die Lengericherinnen noch einmal alles, erhöhten den Druck und drängten auf den Siegtreffer. Doch die Aktionen wirkten oft zu überhastet, die letzte Konsequenz und Klarheit im Abschluss fehlten.
Das Fazit nach dem Spiel fiel entsprechend selbstkritisch aus: „Wie in den letzten beiden Spielen ist die Entscheidungsfindung das, was uns ausbremst. Wann spiele ich ab, wann schließe ich ab? Außerdem haben wir in der zweiten Halbzeit zu sehr vertikal statt diagonal gespielt.“
So bleibt erneut das Gefühl, viel investiert, aber sich am Ende nicht belohnt zu haben. Die nächste Gelegenheit bietet sich jedoch schon bald: Am kommenden Spieltag geht es für die Lengericher Damen nach Ibbenbüren (Anstoß 11 Uhr). Dort wollen sie endlich den verdienten Lohn für ihren Trainingsfleiß und Einsatz einfahren.