SC Preussen 06 Lengerich e.V. – Fußball in Lengerich

„Tag des Ehrenamts“: Diese Familie brennt für Preußen Lengerich

 
Kerstin Fangmeyer, Jan und Thomas Büscher sind nicht nur eine Familie, sondern alle eint das ehrenamtliche Engagement beim SC Preußen Lengerich. Zum Tag des Ehrenamts fragen wir: Was treibt sie an?
 

Auf dem Gelände des SC Preußen Lengerich geht es an diesem Nachmittag trubelig zu: Hier trainieren die Mädchen, dort die Jungs und auf dem Hauptplatz wird ein Spiel angepfiffen. Die gute Nachricht: Der Fußballverein von der Münsterstraße wächst, kommt bald auf 30 Jugendmannschaften. Die schlechte Nachricht: Das ehrenamtliche Engagement wächst nicht im gleichen Tempo mit. Das berichten drei aus dem Verein, die es wissen müssen: Kerstin Fangmeyer, Jan und Thomas Büscher.

Sie eint nicht nur das Familienband, sondern auch das ehrenamtliche Engagement beim SC Preußen Lengerich. „Alles fing mit Jan an“, erinnert sich Kerstin Fangmeyer an den Moment, als ihr heute 22-jähriger Sohn vor rund 15 Jahren mit dem Kicken anfing. Selber spielt Jan Büscher nach einer Verletzung zwar nicht mehr, aber die Fußball-Begeisterung reißt beim Lengericher nicht ab: Schon seit über sieben Jahren trainiert er unterschiedlichste Jugendmannschaften des SCP.

Motivation durch Fortschritt

Aktuell befindet er sich in seinem zweiten Jahr als U15-Trainer, sein größter Erfolg war eine Saison in der Bezirksliga. Seit fünf Jahren besitzt er die C-Trainerlizenz, schon vorher absolvierte er die Lizenz für den Torwarttrainer: „Das Weiterentwickeln der einzelnen Spieler treibt mich besonders an.“

Und weil man die C-Lizenz natürlich nicht einfach so bekommt, besuchte Jan Büscher verschiedene Online-Meetings, musste Videos vom eigenen Training aufnehmen und eine Woche Intensivschulung in Recke mit anschließender Prüfung besuchen, die wiederum alle drei Jahre aufgefrischt werden muss.

Der IT-ler beim SCP

Zweimal die Woche gibt er nun Training, am Wochenende kommt der Spielbetrieb dazu. Das reicht dem 22-Jährigen aber nicht, zudem ist er „der IT-ler beim SCP“. Aktuell befindet er sich am Ende seiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Bei den Preußen kümmert er sich um die Server, das WLAN oder etwa das Ticketsystem, das er ebenso vor einigen Jahren aufgebaut hat. Weil aber auch das ihm noch nicht reichte, behielt er über einige Jahre den laufenden Spielbetrieb im Auge und hatte den Hut auf bei der Platzbelegung durch die unterschiedlichen Mannschaften. Zusätzlich ist Jan Büscher Schiedsrichter und pfiff im Alter von 18 Jahren bereits Spiele im Seniorenbereich. Letzteres lässt er derzeit krankheitsbedingt ruhen und die Platzbelegungen hat er abgegeben: „Es wurde einfach zu viel.“

Ähnlich engagiert zeigt sich Mutter Kerstin Fangmeyer. Die 55-jährige Lengericherin arbeitet als Krankenschwester und ist ehrenamtlich als Co-Trainerin bei der F-Jugend aktiv. Viele Jahre war sie Jugendvorsitzende und kam über ihren Sohn auf den Fußballplatz: „Eigentlich bin ich Handballerin, habe unter anderem bei der HSG Hohne gespielt und später in Kattenvenne.“ Mit dem Ball am Fuß fühlt sie sich ebenso wohl: „Natürlich gibt es beim Frauenfußball auch mal Herausforderungen, manchmal zieht nicht jeder so mit, wie man es sich erhofft. Aber es motiviert mich, wenn ich die Fortschritte bei den Kindern sehe.“

Kerstin Fangmeyer

Nicht auf, sondern neben dem Platz steht der Dritte im Bunde, Vater Thomas Büscher. Viele Jahre kümmerte sich der 52-Jährige um einen Kiosk auf dem Vereinsgelände und sorgte für den Service am Spielfeldrand: „Wir kennen das ja selber, wenn wir mit Jan zu Spielen gefahren sind und am Rand gab es nichts zu essen oder zu trinken. Bei sämtlichen Turnieren unterstützte er mit Leckereien wie Muffins, musste aber aufgrund einer Erkrankung etwas kürzer treten und den „Service“ abgeben. Dies hält ihn aber nicht davon ab, sich weiterhin zu engagieren: „Ich bin Bulli-Beauftragter und behalte im Blick, wer wann das Fahrzeug buchen kann.“

Text und Bild WN 23.5.2026