Mit großem Reisebus und einem enthusiastischen Fanclub Puscheltruppe an Bord, machten sich die Preussen Oldies erneut auf zur Endrunde um die deutsche Meisterschaft nach Berlin.
Ziel war es, das ernüchternde Abschneiden des Vorjahres, als man trotz ansprechender Leistungen ohne Punkte nach Hause fuhr, zu verbessern.
Schon die Vorbereitung machte deutlich, dass der DFB die deutschen Ü-Meisterschaften für Teams Ü32 + Ü40 + Ü50 eine erheblich größere Bedeutung beimaß als in der Vergangenheit.
Leider wurde das Budget für die Kostenerstattungen der qualifizierten Mannschaften nicht erhöht. Stattdessen wurde mit Sevotion eine professionelle Event Agentur mit der Organisation der Veranstaltung beauftragt. Alle Aktiven mußten umfassende sportmedizinische Untersuchungen vornehmen lassen und die Spielberechtigungen der Akteure wurden von den DFB Justiziaren höchst selbst überprüft.
Nach einer stimmungsvollen Anreise mit dem hochgeschätzten und langjährig bekannten Busfahrer Ebbi Schade traf der Preussen Troß gegen 16 Uhr beim Hotel Berlin Berlin ein und wurde bereits beim Aussteigen von offiziellen DFB Verantwortlichen begrüßt.
Auch der im Vorjahr noch holprige Check In lief reibungslos und so konnten sich die Verantwortlichen die letzten Infos zur Durchführung und den Regularien beim allgemeinen Team Briefing holen.
Am Samstag Morgen begann das Turnier mit dem Duell zwischen Titelfavorit 1. FC Nürnberg, der bei den bayrischen und süddeutschen Meisterschaften so klangvolle Namen wie den mehrfachen Meister Bayern München und den letztjährigen Meister Frankfurt Höchst ausgeschaltet hatte, und dem ostdeutschen Meister Berlin – Mariendorf.
Frühzeitig wurde klar, dass da ein Klassenunterschied war und das zeigte sich auch im Endergebnis von 7:2 für die Franken.
Im zweiten Spiel durften dann die Preussen erstmals ran und hatten es mit keinem Geringeren als dem norddeutschen Meister Werder Bremen zu tun, der auf dem Weg nach Berlin den letztjährigen Vizemeister Eintracht Nordhorn mit 3:0 bezwungen hatte.
Trotz des kurzfristigen Ausfalls von André Meyer, sahen sich die Mannen vom Teuto gut aufgestellt und gingen optimistisch in dieses Spiel. Selbstbewußt wurde gestartet und das Spiel kontrolliert. Bereits nach 6 Minuten tobte der Fanclub Puscheltruppe, als nach einer scharfen Hereingabe des überzeugenden Ulf Serke der Ball von einem Werder Verteidiger nur noch ins eigene Tor abgefälscht werden konnte. Mit der Führung im Rücken spielte das Team großartig auf und nur wenige Minuten später war es Routinier Elmar Langetepe, der herrlich freigespielt zum umjubelten 2:0 vollendete. Im weiteren Verlauf wurde diese Führung souverän verteidigt. Einziger Wermutstropfen war die Blessur von Kapitän Henrik Hasselmann, der nach einem bösen Bodycheck eine vermutlich schwere Knieverletzung davontrug und im weiteren Turnier nicht mehr eingesetzt werden konnte.
Ein perfekter Start und nur 60 Minuten später trafen die beiden zum Start siegreichen Teams von Nürnberg und Lengerich aufeinander. Die mit zahlreichen Exprofis angetretenen Nürnberger hatten erkennbar großen Respekt vor den Preussen und die hatten in den ersten 20 Minuten durch Jens Grawenhoff, Ulf Serke und Elmar Langetepe gleich mehrfach die Chance zur Führung, scheiterten jedoch wiederholt am guten Keeper des Clubs.
Dennoch konnte man mit dem torlosen Remis zur Halbzeit ganz gut leben. Auch in der 2. Hälfte neutralisierten sich beide Teams weitgehend, ehe es 8 Minuten vor dem Schlußpfiff Exprofi Thomas Ziemer mit einem Distanzschuß versuchte, der äußerst unglücklich abgefälscht wurde und so unhaltbar für den überragenden Olli Köther im Tor einschlug. Danach wurde alles auf eine Karte gesetzt um doch noch den Ausgleich zu erzielen, aber kurz vor dem Schlußpfiff war es erneut Ziemer der per Konter den entscheidenden 2:0 Schlußpunkt setzte.
Dennoch herrschte Abends beim Gala Buffet des DFB gute Stimmung im zahlreich versammelten Preussen Troß, stand man doch weitaus besser da, als noch vor Jahresfrist.
Hochmotiviert ging es gleich im ersten Spiel am Sonntag Morgen weiter gegen den ostdeutschen Vertreter aus Mariendorf, die am Samstag beide Spiele deutlich verloren hatten. Der 2. Sieg war fest eingeplant, aber anders als Tags zuvor wollte das Kombinationsspiel einfach nicht funktionieren und mehrere Großchancen wurden teils leichtfertig vergeben oder vom Keeper pariert. Ganz böse wurde es als der gegnerische Kapitän und Torjäger, zu Beginn der 2. Hälfte den überzeugenden Abwehrchef Dirk Vietmeier brutal niederstreckte, so dass der minutenlang auf dem Feld behandelt werden mußte und anschließend mit Verdacht auf Rippenbruch ausschied. Der desolate Schiri entschied in dieser Szene, die man eigentlich zwingend mit Platzverweis hätte ahnden müssen, auf Einwurf für Mariendorf. Nur wenig später erzielte dann zu allem Überfluß der Übeltäter mit dem einzigen Schuß auf das Preussen Tor die Führung für den Außenseiter.
Danach gab es ein Spiel auf ein Tor, aber der überfällige Ausgleich wollte nicht gelingen, bis Tommy Reichenberger im Strafraum niedergerungen wurde und Sven Köllner den fälligen 9meter nach minutenlangen Diskussionen zum 1:1 verwandelte.
Zur Leistung des „Unparteiischen“ paßte es dann, dass es trotz der 2 langen Unterbrechungen keine Nachspielzeit gab und die Preussen sich über ein 1:1 ärgern mußten.
Aber schon bald relativierte sich der Blick vor dem letzten Spiel, denn nach der 0:1 Niederlage von Werder Bremen gegen den 1. FC Nürnberg war klar, dass das Team aus dem Kreis Tecklenburg zumindest Platz 3 sicher hatte.
Dort war die „Südwest Auswahl“ von Mittelmosel Leiwen der Gegner. Die hatten am Samstag gegen Werder und Mariendorf 2 Siege eingefahren und einen extrem fitten Eindruck gemacht. Da schien es für die schwer dezimierte Preussen Deckung nur um Schadens Begrenzung zu gehen. Aber die völlig neu formierte Deckung mit dem alles überragenden Helmut Lindemann und dem nicht minder starken Elmar Langetepe wuchs über sich hinaus. Wenn dann wirklich einmal ein Angriff durchkam, endete er beim mit Abstand besten Turnier Keeper Olli Köther. So stand es bis in die Schlußminute 0:0 Unentschieden, als Ulf Serke noch einmal alles aus sich herausholte und von der Grundlinie scharf vor das Tor paßte, wo Sven Köllner den Lucky Punch für die Preussen nur um Haaresbreite verpaßte. So durfte man sich nach exzellenter Leistung mit arg dezimiertem Kader über ein Remis gegen einen bärenstarken Gegner freuen.
Wie stark der war mußten nur 60 Minuten später die Nürnberger anerkennen, die dem Angriffswirbel der Leiwener nichts mehr entgegenzusetzen hatten und hochverdient mit 1:4 gegen den neuen deutschen Meister unterlagen.
Damit waren die Preussen das einzige Team, dass sich gegen den neuen Champion einen verdienten Punkt erkämpft hatte.
Hocherhobenen Hauptes trat die große Preussen Familie nach der ausgiebigen Siegerehrung die feuchtfröhliche Heimreise an und alle waren sich einig: Berlin ist eine Reise wert!
Dass Preussen Lengerich nicht nur mit sportlichen Leistungen, sondern auch mit überragendem Support durch den Fanclub „Puscheltruppe“ und einer vorbildlich fairen Einstellung zu überzeugen wußte, war auch den Verantwortlichen de DFB aufgefallen und fand anläßlich der Siegerehrung seine verdiente Würdigung.
Auf ein Neues im Jahr 2027, wo zuvor aber in 3 anspruchsvollen Turnieren zunächst die Qualifikation geschafft werden müßte. Bereits am 27.9. gibt es in Oelde die erste Gelegenheit bei der Westfalenmeisterschaft die erneute Qualifikation für die Westdeutsche Meisterschaft in Duisburg zu erreichen. Hoffentlich lichtet sich bis dahin, dass durchaus beachtliche Lazarett. Letztlich hat sich in dem kräftezehrenden Turnier mit der SG Mittelmosel-Leiwen das fitteste Team mit dem breitesten Kader durchgesetzt, denn auch die am ersten Tag noch so dominanten Nürnberger mußten am 2. Tag ihrem Alter und einigen Verletzungen Tribut zollen.
Zum erfolgreichen Team gehörten:
1 Oliver Köther
2 Henrik Hasselmann
3 Dirk Vietmeier
4 Helmut Lindemann
5 Elmar Langetepe
6 Alatin Abi
7 Andreas Schüttpelz
8 Sven Köllner
9 Ulf Serke
10 Thomas Reichenberger
11 Jens Grawenhoff
12 Waldemar Schürbrock
13 Martinus Sommers
Betreuer Dietmar Schmidt
Organisationschef Frank Düing
Teamchef Ulli Börger
Es fehlten die Verletzten: Michael Müller – André Meyer – Stephan Kilfitt